JUDU-Talk

Der einzige direkt gewählte CDU-Abgeordnete des Ruhrgebietes war am Donnerstag beim JuDu-Talk zu Gast. Matthias Hauer aus Essen wurde nach 2013 nun auch bei der Bundestagswahl im September letzten Jahres in den Deutschen Bundestag gewählt. Er ist Mitglied im Finanzausschuss und Kreisvorsitzender der Essener CDU.

„Wir freuen uns sehr über einen so prominenten Gast und sind gespannt auf die Ausführungen zur aktuellen bundespolitischen Lage und ihre kommunalen Auswirkungen“, sagte JuDu-Vorsitzender Stephan Wedding zur Begrüßung. In seinem Impulsreferat redete Matthias Hauer nicht lange drum herum. Ruhrgebietstypisch ist er ein Mann klarer Worte. So bezeichnete er den Koalitionsvertrag als „kein Feuerwerk der Innovationen“, der allerdings für das Ruhrgebiet und die Kommunen der Region einiges Positives bereithalte. Beispiele: Digitalpakt zur Digitalisierung der Schulen mit einem Volumen von 5 Milliarden Euro, Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit mit der Schaffung eines sozialen Arbeitsmarktes mit 150.000 Stellen, die Einrichtung der Kommission für gleichwertige Lebensverhältnisse werde das Thema Altschulden behandeln und hoffentlich zu einer Lösung führen und nicht zuletzt seien beim Thema Migration mit der beschlossenen Einrichtung von Ankerzentren für die Kommunen Fortschritte erzielt worden. „Dass es zu keinen Steuererhöhungen kommt, ist nicht selbstverständlich. Wenn ich mich im Bundestag umschaue, gibt es viele Parteien, die sofort die Steuern für alles Mögliche erhöhen wollen“, verwies Hauer auf die finanz- und steuerpolitische Stabilität durch die Koalition von CDU und SPD.

 

An den Impulsvortrag schloss sich eine intensive Debatte mit unterschiedlichsten Themen an. Dauer: 180 Minuten. Die Politikverdrossenheit war dabei nur ein Thema. Hauer konstatierte ein völlig anderes Medien- und Informationsverhalten in den letzten Jahren. Dadurch hätten es Fake-News leichter durchzudringen. Er wünsche sich, dass die Menschen „nicht nur am 1. April über die Wahrhaftigkeit einer Nachricht nachdächten“, sondern auch an den anderen 364 Tagen.

 

Stephan Wedding überreichte Matthias Hauer zum Dank für sein Kommen und die Bereitschaft zur Diskussion eine Packung „Duisburg Dreck“ und ein Bild des Streckennetzes der Duisburger U-Bahn. „Dreck habe ich auch noch nie geschenkt bekommen“, lachte Matthias Hauer über die kreative Geschenkidee. Er nähme aus solchen Diskussionen immer viel mit für seine tägliche Arbeit. Der JUDU-Talk findet jährlich statt.